LK 1236, ca. 763 850/168 800. Höhe ca. 1050 m.
Funddatum: Sommer 2002.
Neue Fundstelle.
Zufallsfund ohne Ausgrabung.

Im Sommer/Herbst 2002 überbrachte R. Müller dem Archäologischen Dienst GR zwei dattelkernförmige Geschosse aus Blei (Abb. 29), die er in einer Waldlichtung ca. 1 km südlich von Tiefencastel entdeckt hatte.
Bei den Objekten handelt es sich um zwei römische Schleuderbleie, d. h. Geschosse, die von römischen Soldaten mittels einer Schlaufenschleuder geschleudert wurden. Die Geschosse weisen kleine Stempel der L. III und L. XII, d. h. der Legionen III und XII auf und datieren höchstwahrscheinlich in spätrepublikanische bis frührömische Zeit.
Zusammen mit den römischen Funden von Savognin, CunterBurvagn und Tiefencastel-Kirchhügel sind diese neuen Funde ein Indiz dafür, dass in römischer Zeit von Savognin nicht nur eine römische Fahrstrasse auf der linken Talseite des Oberhalbsteins über Riom-Del-Mon nach Tiefencastel hinunterführte, sondern dass auch ein rechtsseitiger Pfad über CunterBurvagn-Plang Ses verlief. Wieweit diese Schleuderbleie auch einen Zusammenhang mit dem Alpenfeldzug gehabt haben, ist ohne weitere Untersuchungen nicht zu sagen.

Datierung: archäologisch.
AD GR, J.Rageth.