In zwei Parzellen ausserhalb jeglichen archäologischen Perimeters führte das Amt für Archäologie des Kantons Freiburg (AAFR) im Rahmen eines Neubauprojektes eine Bauüberwachung durch. In unmittelbarer Umgebung der Parzellen fanden sich bislang keine archäologischen Überreste, weshalb das Baugesuch nicht Gegenstand eines Gutachtens durch das AAFR war. Am 11. Juni stiessen Mitarbeiter des AAFR auf zwei Steinstrukturen und in einem dieser Befunde auf den Kopf einer bronzezeitlichen Nadel aus Buntmetall. Die freigelegten Überreste liessen bereits zu diesem Zeitpunkt einen vorgeschichtlichen Bestattungsplatz vermuten. Das AAFR leitete deshalb unverzüglich die nötigen Rettungsmassnahmen ein.
Während dieser Notgrabung kamen neben den bereits erwähnten Strukturen (Strn. 1 und 2) drei weitere Bodenbefunde zum Vorschein (Strn. 3-5). Jedoch erlaubt nur die Struktur 2 sichere Aussagen zu Datierung und Funktion.
Der Aufbau der Struktur 2 und die geborgenen Funde machten schnell klar, dass es sich um eine charakteristische Brandbestattung in einer langrechteckigen Grube aus der frühen Spätbronzezeit handelt. Das Grab kam direkt unter dem Humus zutage und war insbesondere durch landwirtschaftliche Tätigkeit bereits stark gestört. Erhalten geblieben ist ein einlagiges, mehr oder weniger rechteckiges und rund 205 x 100 cm grosses Steinbett, das aus Moränengeröll errichtet worden war (Abb. 1). Die flach verlegten Steine und Blöcke – darunter nur wenige mit Brandrötung – lagen mehr oder wenig dicht nebeneinander. Steinfreie Bereiche zeichneten sich vor allem an den Rändern und unterhalb der deponierten Beigabengefässe ab. In der östlichen Randzone waren die Rollsteine weniger dicht gesetzt und im Norden war die Steinstruktur offenbar bereits stark zerstört. Um eine möglichst eben Fläche zu erhalten, sind die mächtigeren Steine in das anstehende Sediment eingetieft worden. Stellenweise schwach abzeichnende Grubenränder zeigen, dass sich die Steinstruktur in einer Grube befand, die etwas grösser war als das Steinbett selbst. Die NO-SW-Ausrichtung dieser Grube entspricht der Achse des Moränenkamms, auf der sie angelegt worden war.
Die in der südlichen und der östlichen Grubenecke platzierte Grabkeramik umfasst mindestens drei verschiedene Gefässe. Eine vollständig ins Grab gelegte feinkeramische Schüssel zeigte Merkmale, wie unter anderem einen abgeflachten Gefässkörper (meplat), die auf eine Datierung in die Stufe BzD1 weisen. In der zentralen Achse, im stärker gestörten nördlichen Bereich des Grabes lag schliesslich eine kleine Leichenbrandschüttung. Die kalzinierten Knochen wurden entweder direkt in der Erde deponiert oder aber in einem heute vergangenen organischen Behältnis. Bei dem hier aufgefundenen Kopf einer Nadel aus Buntmetall – vielleicht eine Variante einer Mohnkopfnadel – könnte es sich um eine weitere Grabbeigabe oder aber um den Verschluss eines solchen Behälters (Stoff- oder Lederbeutel?) handeln (Abb. 2).
Weitere Keramikfragmente wie auch das Fragment eines tordierten Armrings kamen rund 3 Meter nördlich des Grabes zum Vorschein. Es dürftige sich hierbei wahrscheinlich um verlagerte Elemente aus dem stark gestörten nördlichen Teil der Struktur 2 handelt.
Die übrigen freigelegten Befunde bargen keine archäologischen Funde. Es handelt sich um Gruben unterschiedlicher Form und Grösse (Strn. 1.3 und 4) sowie eine Reihe aus grossen Steinblöcken (Str. 5). Es ist bisher unklar, ob eine dieser Strukturen mit dem bronzezeitlichen Bestattungsplatz in Zusammenhang stehen.
