Die Fundstelle Baden-Kappelerhof liegt südlich der Limmat auf dem Schwemmfächer des Stockmattgrabens. Von hier sind seit langem neolithische bis frühmittelalterliche Funde und Befunde bekannt. Zuletzt waren 2022 Siedlungs- und Grabfunde der Spätbronze-, Eisen- und römischen Kaiserzeit sowie des Frühmittelalters auf einer grösseren Fläche dokumentiert worden.

2024 wurde südlich der Bruggerstrasse die bisherige, aus den 1960er Jahren stammende Bebauung auf mehreren tausend Quadratmetern ersetzt. Es war nur noch kleinflächig mit erhaltenen Befunden zu rechnen. Eine solche Teilfläche wurde Ende Januar aushubbegleitend untersucht. Angetroffen wurden eine Brandgrube, mehrere Pfostengruben sowie zwei Grubenhäuser.

Die noch ca. 0.4 m tief erhaltene und annähernd West-Ost orientierte Brandgrube enthielt eine kompakte Hitzesteinpackung über einer dünnen Schicht Holzkohle. Ihre Wände und ihre Sohle waren stark verziegelt. Im Westen war die Grube bereits in den 1960er Jahren durch Erdarbeiten gekappt worden. Trotzdem betrug ihre Länge noch aussergewöhnliche 3.7 m. Besonders im westlichen Befundteil lag ein regelrechtes Scherbenpflaster auf der Hitzesteinpackung. Die Keramik datiert ans Ende der Spätbronzezeit oder an den Beginn der Eisenzeit. Charakteristisch sind gerundete Schalen mit breitem, häufig verziertem Rand. Solche Formen sind aus den jüngsten Ufersiedlungen der Ostschweiz und des Bodenseeraums, aber auch noch von frühen eisenzeitlichen Befunden in Südwestdeutschland bekannt. Hinzu kommen einzelne kalzinierte Knochenfragmente, Silices und Teile eines grösseren Mondhorns.

Die sechs Pfostengruben streuten zwischen der Brandgrube und den Grubenhäusern. Sie konnten weder zu einem Grundriss ergänzt noch zeitlich eingeordnet werden.

Eines der Grubenhäuser war Westsüdwest-Ostnordost orientiert und etwa 2.7 x 1.7 m gross. Entlang einer Langseite hatte es an seiner Sohle eine ca. 0.15 m tiefe und rund 0.5 m breite, muldenförmige Eintiefung, in der möglicherweise einmal ein Gewichtswebstuhl gestanden hatte. Eine bis ca. 10 cm dicke Brandschicht markiert die Auflassung des Grubenhauses. Sie wurde noch vor dem Einbrechen der Grubenwände, von dem sterile Versturzkeile zeugen, wohl von Norden her eingefüllt. Aus der Brandschicht und der abschliessenden Verfüllung mit einstigem Oberbodenmaterial stammen mehrere Ziegelfragmente, einzelne Eisenfragmente (wahrscheinlich Nägel) sowie die Scherbe einer römischen Rippenschale aus grünem Glas. Diese Objekte dürften von der lokalen römischen Besiedlung stammen. Sie widersprechen einer Datierung ins Frühmittelalter nicht. Ein zweites, wohl ähnlich dimensioniertes und orientiertes Grubenhaus wurde in gut einem Meter Abstand zum ersten Grubenhaus lediglich in der Baugrubenböschung angeschnitten.