(842, 2353, 2354, 2356, 2357, 2358, 2368)
LK 1131, 2677 710/1 225 675. Höhe 412 m. Datum der Prospektion: 6.11.2019-8.3.2020 (tageweise). Bibliografie zur Fundstelle: Reinhard, J./Freund, D./Meier, A. (2020) "Steinberge" im Flachwasser des nördlichen Zugerseeufers. Tugium 36, 2020, 89-101. Tauchprospektion. Steinstrukturen im Flachwasser, Einzelfunde.
Im Flachwasser des nördlichen Zugerseeufers, vor Cham, liegen in Wassertiefen von teilweise kaum anderthalb Metern insgesamt sieben zumeist rundliche Steinkonzentrationen mit Durchmessern zwischen knapp 30 und mehr als 40 m, die hügelartig Untiefen bilden (Abb. 5). Sie bestehen aus überwiegend 10-20 cm großen Geröllen des lokalen Moränengeschiebes, die direkt auf dem weichen, seekreidigen Seebodensediment aufliegen. Die sicher künstlich geschaffenen Strukturen sind der Fachöffentlichkeit seit 1929 bekannt, wurden aber bislang wissenschaftlich kaum rezipiert. Einzige Ausnahme bildet hier der Steinberg von Cham ZG, Eslen - hier wurden 1996 bei Tauchprospektionen Funde der Egolzwiler- oder frühen Cortaillod-Kultur entdeckt, die aus Kulturschichten unterhalb der Steinschüttung freierodiert worden sind. Aufgrund der schnell fortschreitenden Erosion wurde die Fundstelle in den Folgejahren flächig ausgegraben, dabei konnte ein einzelner Gebäudegrundriss der Zeit um 4000 v. Chr. dokumentiert werden.
Aktuell wieder in den Fokus gerückt sind die Steinberge des Zugersees durch neu verfügbare hochaufgelöste Bathymetriedaten sowie neu entdeckte, sehr gut vergleichbare Hügeli-Strukturen entlang des Thurgauer Bodenseeufers. Im Winter 2019/2020 konnten alle sieben Steinberge durch ehrenamtliche Taucher abgeschwommen werden, dabei bestätigten sich die älteren Beschreibungen der Strukturen vollumfänglich. Im Gegensatz zu den Ergebnissen früherer Tauchprospektionen lassen sich heute aber auf allen Steinbergen Pfahlköpfe ausmachen, offenbar ein Resultat aktuell stattfindender erosiver Vorgänge. Eine systematische Aufnahme der Pfahlstellungen steht noch aus; für zwei der Pfähle liegen bereits C14-Datierungen vor (ETH-103760, ETH-103759): Sie gehören in die Zeit zwischen 730 und 887 bzw. 1675 und 1942 n. Chr. und repräsentieren vermutlich Fischereiaktivitäten im Bereich der Untiefen - ein eindeutiger Zusammenhang mit den Steinschüttungen lässt sich nicht herstellen. Weitere Pfahlfelder und ausgedehnte, hier jedoch flache Steinkonzentrationen liegen zwischen den eigentlichen Steinbergen. Von besonderer Bedeutung ist die Neuentdeckung von sehr gut mit derjenigen von Cham ZG, Eslen vergleichbarer Keramik auf zwei weiteren Steinbergen - damit liegt von drei der sieben Hügelkuppen prähistorisches, vermutlich jungneolithisches Fundmaterial vor.
Überdies konnte am Seegrund im Umfeld einer der Steinberge eine wohl spätneolithische Steinbeilklinge aufgelesen werden. Datierung und Interpretation der Steinberge sind nach wie vor offen - sowohl historische Vergleiche als auch die Steinschüttungen selbst legen eine Deutung als Fischereiinfrastruktur nahe.
Archäologische Funde: Holz, Gefäßkeramik, Steinbeilklinge. Probenentnahmen: Holzproben verschiedener Pfähle, Holzkohle für C14. Datierung: archäologisch, C14. Jung- und Spätneolithikum, Mittelalter, Neuzeit (Steinstrukturen undatiert). ADA ZG, J. Reinhard, A. Meier, D. Freund und G. F. Schaeren.
Cham ZG, Flachwasserzone des Zugersees
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Abb. 5. Cham ZG, Flachwasserzone des Zugersees. Senkrechter Blick auf den Steinberg vor der Täubmatt, am Rand der Struktur zwei Taucher während eines der Prospektionstauchgänge. Die Steinschüttung ist scharf vom seekreidigen Seebodensediment der Strandplatte abgegrenzt, gut zu erkennen ist die Lage des Steinbergs direkt an der Haldenkante. Foto ADA ZG, J. Reinhard.
Detail des Fundberichts
Gemeinde
Cham
Kanton
ZG
Ort
Flachwasserzone des Zugersees
Koordinaten
E 2677710, N 1225675
Höhe
412 m
Signatur Fundstelle Kanton
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Signatur Ereignis Kanton
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Neue Fundstelle
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Probenentnahmen
Holz/Holzkohle
Analysen
¹⁴C
Datum der Fundmeldung
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Oberfläche (m²)
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Datum Beginn
06 November 2019
Datum Ende
08 März 2020
Datierungsmethoden
¹⁴C, Archäologisch
Publikationsjahr
2021
Epoche
Jungsteinzeit/Neolithikum, Mittelalter, Zeitstellung unbekannt
Art der Fundstelle
Einzelfund
Art der Untersuchung
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Archäologische Funde
organisches Material (Holzobjekt), Keramik (Gefäss), Stein (Werkzeug)
Knochen
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Botanische Funde
Holz/Holzkohle
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