Am nördlichen Rand des alten Dorfkerns von Dornach führte die Kantonsarchäologie im Vorfeld eines Neubauprojekts im März 2025 eine Baggersondierung durch. Dabei kamen bisher unbekannte Siedlungsreste aus dem Früh- und Hochmittelalter zum Vorschein. Dies führte zu einer siebenwöchigen Notgrabung im Nordteil der Parzelle. Der Südteil der Parzelle, auf dem ein Altbau steht, wird zu einem späteren Zeitpunkt untersucht.

Unter einem bis zu 70 cm mächtigen Kolluvium fand sich eine bis zu 50 cm starke Kulturschicht, die vor allem im untersten Bereich Kalkbruchsteine, Brandschuttlinsen sowie früh-/hochmittelalterliche Keramikscherben enthielt. Unter der Kulturschicht zeichneten sich auf der ganzen Fläche verschiedene, in den anstehenden Lehm eingetiefte, mittelalterliche Befunde ab. Römische Ziegelfragmente, Keramikscherben sowie eine bereits 1968 entdeckte Münze belegen zudem, dass sich in unmittelbarer Umgebung auch eine römische Siedlung befunden hatte.

Die zahlreichen Pfostengruben und Gruben sowie die zwei Herdstellen gehörten vermutlich zu mehreren, nicht rekonstruierbaren Grundrissen von mittelalterlichen Holzgebäuden. Erwähnenswert sind zwei Grubenhäuser, von denen jedoch nur eines vollständig innerhalb der Grabungsfläche lag. Es war 3,7 m × 3,2 m gross und 50 cm tief erhalten. In den Ecken waren jeweils zwei oder drei Pfostengruben fassbar. Lange und nur wenige Zentimeter breite Vertiefungen entlang der Grubenränder stammen vermutlich von Bohlenwänden. Innerhalb des Grubenhauses lagen weitere kleine Pfostengruben von nicht näher definierbaren Einbauten sowie eine grosse, zentrale Grube.

Nennenswert ist eine oval-birnenförmige, 1,7 m × 1,05 m grosse und 1,25 m tiefe Grube, die bis in den dauerfeuchten Boden reichte. Sie enthielt zahlreiche, zumeist unbearbeitete Holzreste, aber auch mehrere Fragmente von drei Holzgefässen.

Des Weiteren sind ein Rennofen sowie zahlreiche Eisenschlacken zu erwähnen, die belegen, dass in der Siedlung Eisenerz verhüttet wurde. Der Rennofen hatte einen birnenförmigen, 1,6 m × 1,2−0,6 m grossen Grundriss und zeichnete sich durch seine hitzegerötete Sohle gut im anstehenden Lehm ab. Mehrere, in regelmässigen Abständen angeordnete Staketenlöcher am Rand der Struktur zeigen, dass der Rennofen mit Hilfe eines Holzgerüstes errichtet worden war.

Keramik und 14C-Daten datieren die Siedlung ins 7.−10. Jh. mit einem Schwerpunkt im 8./9. Jh. An weiteren Funden zu erwähnen sind ein zwischen 793−812 in Bourges F geprägter Denar Karl des Grossen, ein Dolch aus Eisen, ein verziertes Webgewicht sowie eine mit Kreisaugen dekorierte Griffplatte eines einreihigen Dreilagenkammes aus Bein.