Im dicht bewaldeten Steilhang des teils auf Baarer, teils auf Neuheimer Boden gelegenen Ruessenholzes (Abb. 1) gelang im Sommer 2024 anlässlich einer ehrenamtlich durchgeführten, mit acht Suchtagen sehr intensiven Metalldetektorprospektion der Fund einer ganzen Reihe von Bronzegegenständen.

Darunter sind drei einander sehr ähnliche Bronzearmreife (Abb. 2): Alle weisen einen ovalen, innen abgeflachten Querschnitt mit sich verjüngenden geraden Enden auf und sind mit je sieben Strichbündeln verziert. Zwei der Armreife bilden von der Grösse her ein praktisch identisches Paar, der dritte ist etwas kleiner. Form und Verzierung der Armreife sprechen für eine Datierung in die Mittelbronzezeit (Bz C1/C2). Zu diesen Funden gesellen sich zwei unterschiedlich grosse Bronzeahlen. Beide haben ein spitzes Ende, in dessen Bereich der Schaftquerschnitt rund ist, dann folgt, beim längeren Exemplar mittig bzw. beim kürzeren hinter der Mitte, eine rautenförmige Verdickung, in deren Bereich der Querschnitt viereckig bzw. abgerundet viereckig wird. Die gegenüberliegenden Enden schliesslich sind abgerundet-meisselförmig.

Alle Artefakte wurden im Umkreis von einigen Dutzend Metern gefunden. Aus etwas grösserer Entfernung konnten zudem einige Gusstropfen und ein Gusskuchen geborgen werden, ihre Zugehörigkeit zu den übrigen Funden ist deshalb nicht ganz gesichert. Zusätzlich zu den prähistorischen Funden kamen auch einige neuzeitliche Funde zutage. Bei einer Nachsuche und Fundeinmessung im Herbst 2024 wurde eine auf einen alten Baumwurf zurückgehende Steinformation im Hang als mögliche Fundquelle identifiziert. Auf dem Plateau oberhalb des Hangs wurde ebenfalls eine kursorische Suche durchgeführt, um einen allfälligen Siedlungs- oder Werkplatzzusammenhang abzuklären. Dort wurden aber lediglich moderner Schrott und Plastikabfälle zutage gefördert. Aufgrund der Lage der Funde im Steilhang und des fehlenden Zusammenhangs mit dem Plateau darüber ist zumindest vorläufig anzunehmen, dass es sich um eine Deponierung handelt. Dabei könnte es sich sowohl um eine Weihe- als auch um eine Wertgegenstände- oder Rohmaterialdeponierung handeln – in letzterem Fall wäre der ursprüngliche Plan gewesen, die Gegenstände zu einem späteren Zeitpunkt wieder zu bergen und allenfalls weiterzuverarbeiten.