Bei einer Notgrabung in Gamprin im Frühsommer 2024 wurden mehrere hundert Keramikfragmente aus der Mittel- bis Spätbronzezeit geborgen. Daneben fanden sich neben zahlreichen Tierknochen, Hüttenlehmfragmenten und hitzegeröteten Steinen auch speziellere Objekte wie Bronzefragmente sowie Silex- und Bergkristallsplitter (Abb. 1). Knapp 290 Fundobjekte, darunter etwa 250 Keramikfragmente, wurden dreidimensional exakt vermessen.

Das Grundstück liegt inmitten eines bekannten bronzezeitlichen, römischen und mittelalterlichen Siedlungsareals. Bei mehreren Bauprojekten der vergangenen Jahre wurden auf den angrenzenden Liegenschaften Funde und Befunde aus diesen Epochen geborgen. Vor allem in der direkten Nachbarschaft kamen zahlreiche bronzezeitliche und vereinzelt eisenzeitliche Funde und Siedlungsbefunde, wie Brandgruben, parallele Gräben, Steinlagen und Pfostensetzungen zum Vorschein. Die Funde und Befunde befanden sich in einer Tiefe von etwa 1–1.5 m und deuten vor allem auf bronzezeitliche Aktivitäten in diesem Areal hin.

Auch die archäologischen Sondagen vor Baubeginn erbrachten im nordwestlichen Bereich des aktuellen Bauperimeters deutliche Hinweise auf bronzezeitliche Aktivitäten in Form von Keramikfragmenten, Hüttenlehm und Holzkohle. Ein klar abgrenzbares Nutzungsniveau oder Strukturen wie Gruben, Gräben oder Pfostensetzungen konnten jedoch nicht festgestellt werden. Dieses Bild bestätigte sich auch bei der anschliessenden Notgrabung, bei der die Schichten flächig und von Hand abgegraben wurden.

Abgetragen wurde eine ca. 30–40 cm starke grau-beige-braune Schicht (9/10), die sich optisch und haptisch kaum von der darüber (4) oder darunter (5) liegenden Schicht trennen liess (Abb. 2). Der Hauptunterschied bestand im Vorhandensein der bronzezeitlichen Funde und einer mehr oder weniger konstanten «Steinlage» im oberen Bereich. Alles deutet darauf hin, dass es sich hier eher um die Ablagerung einer am Hang höher gelegenen bronzezeitlichen Siedlung handelt. Die genaue Vermessung der Artefakte könnte es ermöglichen, die Genese dieser Schicht anhand der keramischen Feindatierung in Kombination mit der Lage der Objekte genauer zu bestimmen und Erkenntnisse über das archäologisch vermutlich nur noch teilweise vorhandene bronzezeitliche Siedlungsareal zu gewinnen.