LK 1047, 611 930/270 462. Höhe ca. 244 m.
Datum der Fundmeldung: Mai 1998.
Neue Fundstelle. Zufallsfund ohne Ausgrabung (Neubau Lagergebäude der IWB).
Schwemmhölzer in Schotterschichten des Rheines. Im Rahmen der tiefgreifenden Ausbaggerung der Baugrube für die Untergeschosse eines neuen Lagergebäudes wurden an der Neuhausstrasse 31 in Kleinhüningen zahlreiche grössere Schwemmhölzer zu Tage gefördert. Sie lagerten, überdeckt von mehreren Meter mächtigen Geschiebeschichten des Wiese-Flusses, in sandigen Kiesschichten, die aufgrund ihrer geologischen Zusammensetzung eindeutig als holozäne Rheinschotter anzusprechen sind. In der Baugrube, aus der die Hölzer geborgen wurden, ist bei -5.4 m ab aktueller OK nur gerade die oberste Zone der Rheinschotter freigelegt worden. Der «Blaue Letten» (Tertiär) wurde nirgends erreicht. Der Versuch der Datierung von 18 Proben der Hölzer mittels Dendrochronologie (Labor dendron, Basel) zeitigte keine Resultate, da der Wuchs der Auewald-Eichen durch den starken, regelmässig alle 4 Jahre auftretenden Maikäferfrass nachhaltig beeinflusst worden war. Hingegen gelang es, den in der Baugrube zuunterst freigelegten Stamm von Baum 6 (Probe XVIII) mit der C14-Methode zu datieren. Die für die Altersbestimmung erforderliche Präparierung und Aufbereitung des Probenmaterials erfolgte im Radiokarbonlabor des Geographischen Institutes der Universität Zürich (GIUZ). Die anschliessende Datierung wurde mittels der AMS-Technik (accelerator mass spectrometry) auf dem Tandem-Beschleuniger des ITP (Institut für Teilchenphysik) der ETH-Hönggerberg durchgeführt. Die Probe UZ4209/ETH-19324 ergab ein C14-Alter von 3320 ± 60 y BP; gemäss Kalibration nach Oxcal: 1595 ± 75 BC. Dadurch ergeben sich weitere Anhaltspunkte bezüglich des Rheinlaufes bei Basel in prähistorischer Zeit. Das uns heute so vertraute Bild des Überganges vom Oberrheintal zum Hochrheintal in der Form des «Basler Rheinknies» stellt aus der Sicht der Erdgeschichte nur den gerade aktuellen Zustand dar, wie er offenbar erst seit rund 3000 Jahren besteht. Früher getätigte Funde von Schwemmhölzern, die im Jahre 1977 beim Bau des Rauracher-Centers im Neumatten-Quartier von Riehen zum Vorschein gekommen waren (JbSGUF 62, 1979, 104) und die mit der C14-Methode auf ein Alter von durchschnittlich 6700 Jahren vor heute datiert wurden, liessen sich damals mit anderen Holzfunden korrelieren, die sechs Jahre zuvor an der Fasanenstrasse (Schorenmatten) gemacht worden waren (Regio Basiliensis 12, 1971, 2, 316-319). Der dort geborgene tiefste Holzfund, ebenfalls in Rheinschottern eingelagert, datiert aus demselben Zeitraum. - An den beiden zuletzt genannten Fundstellen war ebenfalls ersichtlich, dass die tieferliegenden Rheinschotter von Geschiebe des Wiese-Flusses überdeckt worden waren, der hier - ein weites Delta bildend - allmählich den Rheinlauf nach Südwesten abdrängte. Diese Beobachtung findet nun an der Neuhausstrasse 31 eine Bestätigung. Das allerdings bedeutend jüngere C14-Alter weist darauf hin, dass der Rhein noch am Ende der Frühbronzezeit bei Hochwassern mehrere Meter lange Baumstämme mitführen konnte und - vielleicht in mehreren Rinnen fliessend - das heute rechtsufrige Gebiet des Rheintales zwischen Grenzacher Horn und Hangfusszone des Tüllinger Hügels weiter nordöstlich als heute durchfloss. Die ältesten bekannten Spuren einer Besiedlung im rechtsufrigen Kleinbasler Bann und links der Wiese datieren aus der späten Bronzezeit. Alle mutmaßlich älteren Spuren in der heute rechtsufrigen Talsohle in der Biegung des Basler Rheinknies scheinen durch den zuvor stärker mäandrierenden Rhein aberodiert worden zu sein.
Probenentnahmen: Holzproben I-XVIII; Sedimentologie; Mikromorphologie; Palynologie.
Datierung: naturwissenschaftlich. 17./16. Jh. v. Chr.
ABBS, G. Helmig.
Basel BS, Neuhausstrasse 31
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Dettagli della cronaca
Comune
Basel
Cantone
BS
Località
Neuhausstrasse 31
Coordinate
E 2611930, N 1270462
Altitudine
244 m
Numero del sito cantonale
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Numero dell'intervento cantonale
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Nuovo sito
Sì
Campionamento
legno / carbone, resti botanici, campioni di sedimenti geoarcheologici
Analisi
micromorfologia, polline
Data della scoperta
01 maggio 1998
Superficie (m²)
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Data di inizio
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Data di fine
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Metodi di datazione
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Anno di pubblicazione
1999
Epoca
Età del Bronzo
Tipo di sito
funerario (tomba), rinvenimento sporadico
Tipo di intervento
scoperta fortuita
Reperti archeologici
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Ossa
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Materiale botanico
legno / carbone, polline
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