2024 wurde ein weiterer Bereich des 2023 entdeckten römischen Gebäudekomplexes ausgegraben. Die Arbeiten konzentrierten sich auf die Zone östlich des bereits freigelegten Mauerwerks. Dabei konnte zum einen die insgesamt rund 24 m lange Südmauer vollständig erfasst werden, zum anderen stiess man auf einer Länge von bislang rund 22 m auf die Fundamente der Ostmauer, deren nördliche Fortsetzung 2025 untersucht wird. Bei den beiden zweischaligen Mauern waren bestenfalls noch die untersten Lagen des aufgehenden Mauerwerks erhalten. Die Fundamente wiederum wiesen kaum erhaltungsbedingte Lücken auf. Lediglich in der Kontaktzone von Süd- und Ostmauer fehlten die Steine. Möglicherweise wurden die Ecksteine nach Auflassen des Ortes gezielt abgebaut. Ein ähnliches Phänomen konnte bereits im Westen des Gebäudes beobachtet werden. Innerhalb einer fächerförmigen Zone fehlten die Steine des dortigen Mauersystem zum Teil vollständig. Die mit Schutt verfüllten «Beraubungsgräben» zeigten dort die ursprünglichen Mauerverläufe noch deutlich an.

Die bisher freigelegten Mauern umfassen mittlerweile eine Fläche von rund 530 m2. Der im Grundriss rechteckige Bau ist exakt Nord-Süd ausgerichtet, womit er leicht quer zum Nordwest-Südost ausgerichteten Geländeverlauf liegt. Entlang der Süd- und Westmauer lassen sich unterschiedlich grosse Räume erkennen, während die Ostmauer den Innenhof bzw. den Gebäudekomplex gegen Osten abgrenzt.

Der Aussenbereich des Gebäudes war zumindest im Süden und Osten mit Kies befestigt. Die steinige Oberfläche wies stellenweise furchenartige Vertiefungen auf, die wir als Karrengleise interpretieren. Zudem fanden sich auf dem antiken Gehhorizont zahlreiche Keramikscherben, Eisennägel und Knochenfragmente. Auch der Boden des mutmasslichen Innenhofs dürfte ursprünglich mit Kies befestigt gewesen sein. Anders als ausserhalb des Gebäudes waren hier lediglich Reste dieser Befestigung erhalten. Stratigraphische Beobachtungen entlang der Ostmauer lassen vermuten, dass das antike Gehniveau intra muros zumindest stellenweise 0.4 m unter demjenigen extra muros lag. Dort diente möglicherweise ein heute nur noch schwach im Gelände erkennbarer, parallel zur Ostmauer verlaufender Graben dem Abfluss von Meteorwasser. Inwiefern stark holzkohlehaltige Zonen entlang dieses Grabens auf ehemalige Holzkonstruktionen schliessen lassen, muss zurzeit offenbleiben. Anderweitige Spuren von Holzpfosten oder -balken fanden sich sowohl intra als auch extra muros noch keine.

Eine vorgebäudezeitliche Phase wird bisher durch eine kleine, im Grundriss rechteckige Brandgrube, die von einer der Mauern angeschnitten wird, angezeigt. Zudem kam südlich des Gebäudes unter der römischen Bodenbefestigung ein älterer, bislang undatierter Kieshorizont zum Vorschein.

Unter den Funden sind einzelne, relativ grosse Eisenobjekte zu erwähnen, bei denen es sich möglicherweise um Werkzeuge handelt. Unmittelbar südlich des Gebäudes fand sich zudem eine Ansammlung zahlreicher Eisenschlacken (darunter einzelne Kalottenschlacken). Da sich am Fundort kaum Spuren von Hitzeeinwirkung feststellen liessen, dürften die Schlacken dort sekundär eingebracht worden sein.

Die Ausgrabungen werden 2025 fortgesetzt.