Die Flughafen Zürich AG plant in Rümlang-Loo den Bau neuer Werfthallen mit Vorplätzen. Aufgrund früherer archäologischer Beobachtungen sind in diesem Gebiet Fundstellen verschiedener Zeitstellungen bekannt. Am auffälligsten sind die römischen: 1886 wurden bei der Glattkorrektion Holzpfähle entdeckt. Aufgrund der Lage an einer vermuteten römischen Verkehrsstrecke und des Fundmaterials wurde der Befund als römischer Brückenkopf gedeutet. 2016 wurden bei einer Flughafenerweiterung 600 m östlich des postulierten Flussübergangs die Reste einer römischen Mühle entdeckt. 2020 und 2021 wurden im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung für Revitalisierungspläne der Glatt in der Nähe des Brückenkopfs geophysikalische Messungen durchgeführt. Dabei zeichneten sich die Grundrisse von zwei Gebäuden sowie ein Strassentrassee ab. Aufgrund von Vergleichsbeispielen und der Lage dürfte es sich um eine römische Strassenstation handeln. Um die beiden Gebäude wurde ein grosszügiger Schutzperimeter definiert.

Der Schutzperimeter greift im Osten weit in die Entwicklungszone des Flughafens hinein. 2025 klärte die Kantonsarchäologie Zürich mittels 105 Sondierschnitten ab, wie weit der Schutzperimeter nach Westen reduziert werden kann. Im Zentrum stand die Frage, ob sich in der Umgebung der Gebäude Strukturen befinden, die zwingend in den Schutzumfang gehören. Hinsichtlich des möglichen Aufwands für eine archäologische Rettungsgrabung wurde ferner der Erhaltungszustand der römischen Strasse abgeklärt, die quer durch den Planungsperimeter und nach Osten verläuft.

In den Schnitten nahe der Gebäude enthielt der südliche Strassengraben zwei auffällige Schichten: eine dunkle, fundreiche Schicht und darunter eine Schicht mit viel Eisenschlacke. Die Strassenkofferung war hier vermutlich zerpflügt worden und war nicht mehr fassbar. In vier Sondierschnitten weiter östlich war sie hingegen 6–7 m breit und noch 20–25 cm mächtig. Die begleitenden Gräben enthielten jedoch kaum Fundmaterial. Südlich des Strassengrabens wurde eine Kies- und Geröllplanie mit römischen Funden gefasst, die sich bereits in den geophysikalischen Aufnahmen abgezeichnet hatte. Sie ist kleinflächig und deutlich begrenzt. Welchem Zweck sie diente bzw. welchen Ursprungs sie ist, erschliesst sich aus den Sondierungen nicht. Nach einer ersten Beurteilung datieren die Funde in die zweite Hälfte des 1. Jh. n. Chr., was sehr gut zu den Funden aus dem Bereich der Gebäude passt. 

Zwischen der Planie und den Gebäuden wurden keine konzentrierten Befunde und keine ausgeprägte Fundschicht festgestellt.