L.K 1195, 759 855/190 672. Höhe 619 m
Datum der Grabung: 2.4.- 14.6.2013.
Bibliografie zur Fundstelle: S. Gairhos, Archäologische Untersuchungen zur spätrömischen Zeit in Curia/Chur. JbSGUF 83, 2000, 95-147; JbAS 2013, 248f.
Geplante Notgrabung (Erschliessung Fernwärme). Größe der Grabung 170 m².
Siedlung.
Während der Bauzeit der Archivräume und der Tiefgarage im östlichen Vorgelände des Hofes in den beiden vergangenen Jahren wurde auch der Anschluss für die Erschließung der Wohnhäuser des Hofes mit Fernwärme eingerichtet. Im Frühjahr 2013 wurde nach einer längeren Projektierungsphase mit der Realisierung begonnen. Der maximal 1.7 m tiefe Graben für die Zuleitung wurde von der Ostseite des Hofes durch den Südgarten des bischöflichen Schlosses bis in den Ostteil des Verwaltungsgebäudes (Hof Nr. 15 am Hofplatz) ausgehoben. Von dort führte die Leitung entlang der nördlichen Häuserzeile bis ins Gebäude Hof Nr. 11, weiter durch den Garten an dessen Nordseite bis in die letzten Gebäude der nördlichen Häuserzeile und schließlich in die Wohnbauten zwischen dem Torturm und der Kathedrale (südliche Häuserzeile). In der südlichen Häuserzeile wurden die Leitungen mehrheitlich an den Wänden oder Decken der bestehenden Kellergeschosse montiert. Hier fanden keine Eingriffe statt, welche längere archäologische Interventionen nötig gemacht hätten. Ähnliches gilt für die nördliche Gebäudezeile mit den Häusern Hof Nr. 1, 5, 7 und 11. Einzig in den Häusern Hof Nr. 5 und Hof Nr. 1 mussten die Leitungen im Boden verlegt werden.
Im Haus Hof Nr. 5 waren in dem nur 50 cm tiefen Graben in erster Linie Eingriffe der jüngeren Vergangenheit zu dokumentieren. Im westlichen Abschnitt, wo sich die Verbindung der Fernwärmeleitung in den Keller des Hauses Hof Nr. 1 fortsetzte, wurde der Graben bis auf eine Tiefe von 1.2 m auszuheben. Hier war eine siltige Schicht erhalten, die ein urgeschichtliches und ein römisches Keramikfragment enthielt. Es war nicht zu entscheiden, ob es sich um eine umgelagerte oder an Ort gebildete Strate handelte. Im Keller des Gebäudes Hof Nr. 1 waren bei dessen Bau bis auf das anstehende Erdmaterial (umgelagerter Löss?) alle archäologischen Schichten entfernt worden. Im Garten an der Nordseite des Schlosses wurde bis auf die Grabensohle eine Schichtabfolge mit Humus und neuzeitlichen Abfall-/Planieschichten festgestellt.
Aufwendiger waren die archäologischen Arbeiten im Südgarten und im Graben zwischen den Häusern Hof Nr. 15 und 11. Das Gelände des Südgartens stößt an die östliche Umfassungsmauer des Hofareales. Hier wurden drei parallel N-S verlaufende und bis zu 2.2 m mächtige Befestigungsmauern durchschnitten. Bei der äußersten handelt es sich vermutlich um die hochmittelalterliche Befestigung, die in Abschnitten im Aufgehenden noch erhalten ist. Nach innen folgen die vermutlich in karolingischer und die in spätrömischer Zeit erbauten Hofmauern. Jene aus der spätrömischen Epoche, an welche in einer jüngeren Ausbauphase eine Hofmauer (?) angesetzt wurde, erwies sich als durch spätere Eingriffe stark in Mitleidenschaft gezogen.
Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts standen im Südgarten vor das Schloss gesetzte Anbauten der frühen Neuzeit. Sie wurden 1859 - dannzumal erfolgte der Neubau der Hofstraße - niedergelegt und durch ein neues Gebäude ersetzt, das seinerseits im 20. Jahrhundert der bestehenden Gartenanlage Platz machen musste. Von den genannten Gebäuden waren im Südgarten noch Grundmauern und Böden vorhanden. Im Grabel vor der barocken Schlossfassade wurde das bereits durch frühere Grabungen bekannte Fundament des gotischen Turmes vermessen. Der Boden auf dem Areal zwischen den Häusern Hof Nr. 15 und 11 ist durch neuzeitliche und moderne Eingriffe (Kanal, Öltank, Elektroleitungen, Kanalisation, Fluchtstollen) erheblich gestört. Hier wurde die Fernwärmeleitung neben der bestehenden Kanalisationsleitung verlegt, die nun erneuert wurde.
Trotz des kleinen Ausschnittes ließen sich die inselartig erhaltenen Schicht- und Befundreste weitgehend entschlüsseln. In einer Sondierung wurde 2.5 m unter der Oberfläche jenes Niveau erreicht, das gemäß den Auswertungen früherer Grabungen dem römischen Wegtrasse entspricht. Eine N-S verlaufende, auf diesem Niveau fußende Mauer gehört zu einem hochmittelalterlichen Gebäude, das bis zu seinem Abbruch im Spätmittelalter mindestens einen Umbau erfuhr.
Archäologische Funde: Gefäß-, Bau-, Ofenkeramik, Münze (Billon 1642), Dreilagenkamm, Gusstiegel.
Faunistisches Material: Knochen, unbestimmt.
Probenentnahmen: Schlämmproben; Mörtel-/Verputzproben.
Datierung: archäologisch. Bronzezeit(?); Eisenzeit(?); römische Zeit; Mittelalter; Neuzeit.
AD GR, M. Seifert.
Chur GR, Hof
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Détail de la chronique
Commune
Chur
Canton
GR
Lieu-dit
Hof
Coordonnées
E 2759855, N 1190672
Altitude
619 m
Numéro de site cantonal
--
Numéro d'intervention cantonal
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Nouveau site
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Prélèvements
échantillons de boue archéobiologiques, échantillons de sédiments géoarchéologiques, autres
Analyses
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Institution
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Date de la découverte
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Surface (m2)
170 m2
Date de début
02 avril 2013
Date de fin
14 juin 2013
Méthode de datation
archéologique
Auteur.e
--
Année de publication
2014
Époques
Moyen Âge, Époque moderne, Époque contemporaine, Âge du Fer, Empire romain, Âge du Bronze
Type de site
habitat
Type d'intervention
fouille (fouille de sauvetage/préventive)
Mobilier archéologique
céramique, céramique (élément architectural (prélevé)), métal (monnaies/médailles), matériel organique (pièce d'habillement), métal (outil)
Os
ossement d'animaux isolés
Matériel botanique
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