LK 1145, 583 000/217 190. Höhe 428 m.
Datum der Tauchdokumentation: 5.1.2004-Ende Januar 2005.
Bibliografie zur Fundstelle: J. Winiger, Bestandesaufnahme der Bielerseestationen als Grundlage demografischer Theoriebildung. Ufersiedlungen am Bielersee 1, 61-64. Bern 1989.
Sondierung und geplante Rettungsgrabung (Renaturierungsprojekt; Kanalisationsbau). Dokumentierte Fläche 3250 m².
Ufersiedlungen.

Die Fundstelle vor der heutigen Badewiese in Sutz wurde in den 1940er-Jahren durch Sammler entdeckt, aber nie richtig lokalisiert und eingemessen. Auch die Bestandsaufnahme der Bielerseestationen (1984-1987) erbrachte keine Hinweise zu ihrer genauen Lage, Ausdehnung und Erhaltung. Die Ende 2003 bekannt gewordenen Pläne zur Renaturierung des Ufers und zum Bau eines großen Badesteges in der Badebucht von Sutz lösten deshalb Anfang 2004 eine Sondierung und anschließend eine Rettungsgrabung aus, die Anfang 2005 abgeschlossen wurde. Dabei wurden im Seebereich eine Fläche von rund 3250 m² dokumentiert und gegen 1500 Pfähle geborgen (Abb. 9). Landseitige Suchschnitte dienten zur Abklärung von Verlauf und Ausdehnung der Kulturschichten und des Pfahlfeldes und zur Festlegung der möglichen Uferabflachung.
Eine neue Kanalisation im Bereich des Campings führte im März 2004 zur Dokumentation eines kleinen, mit der übrigen Station zusammenhängenden Pfahlfeldes und geringer Schichtreste (archäobotanische Proben).
Das vom Seegrund aufgelesene Fundmaterial umfasst wenige frühbronzezeitliche Keramik-scherben und Bronzegegenstände, vor allem aber beim Baden verlorengegangene Objekte der Neuzeit. Die eben erst begonnenen dendrochronologischen Untersuchungen liefern Schlagdaten von 1763-1747 und 1663-1659 v.Chr. und belegen die Existenz von zwei Dorfanlagen.

Probenentnahmen: Holzproben zwecks Holzartenbestimmung (D. Steffen) und Dendrochronologie (J. Francuz); archäobotanische Proben (Ch. Brombacher, Universität Basel).
Datierung: dendrochronologisch. Schlagdaten 1763-1747 v.Chr. und 1663-1659 v.Chr.
ADB, Abteilung Ur- und Frühgeschichte.