LK 1107, 616750/234390. Höhe 487 m.
Datum der Grabung: Februar-Dezember 2012.
Datum der Fundmeldung: 7.10.2011.
Neue Fundstelle.
Bibliografie zur Fundstelle: M. Ramstein/D. Rüttimann/S. Lösch, Oberbipp, Steingasse. Ein neolithischer Dolmen. Arch BE 2013 (in Vorbereitung).
Geplante Rettungsgrabung (Deckplatte störte Landwirtschaft). Grösse der Grabung 120 m².
Im Oktober 2011 erhielt der ADB die Meldung, in einer «Hostet» in Oberbipp kämen grosse Steine und Knochen zum Vorschein. Es zeigte sich rasch, dass es sich bei der bereits teilweise angebaggerten Anlage um einen Dolmen handelt (Abb. 6). Die Rettungsgrabung begann im Februar 2012 und dauerte bis Ende Jahr. Einige Findlinge und die Eingangsplatte des Monuments waren beim Versuch, den Deckstein zu entfernen, bereits gestört worden. Der grösste Teil der Anlage war aber intakt. Es handelt sich um ein jungsteinzeitliches Kollektivgrab. Es war über Jahrhunderte geschützt durch eine vom Mühlebach eingebrachte Sedimentschicht, aus der nur ein kleines Stück der Deckplatte herausragte. Eine rasche archäologische Untersuchung war unerlässlich, weil beim Eintreffen des ADB die schützende Überdeckung entfernt und die Grabkammer bereits bis auf das Grablegungsniveau geöffnet war. Der Dolmen liegt ausserdem in der Bauzone und muss früher oder später einer Überbauung weichen. Es ist geplant, die Anlage an einem anderen Standort in Oberbipp zu rekonstruieren.
Die mächtige Deckplatte (7,5 t) lag auf kleineren Granit- bzw. Gneisblöcken, welche die Wände der Grabkammer bildeten. Diese war im Innern mit flachen Kalksteinplatten ausgelegt und mit einer Schwelle aus einem Tuffblock versehen. Bronzezeitliche, römische und mittelalterliche Funde aus den direkt an die Steinkonstruktion anstossenden Schichten belegen, dass der Dolmen mindestens bis ins 13. Jh. zum grössten Teil oberirdisch sichtbar war. Offenbar lagerte sich das Sediment in seiner Umgebung erst später ab, vermutlich bei verschiedenen Hochwasserereignissen. Letztere dürften auch der Grund dafür sein, dass die Anlage seitlich verschoben und etwas abgekippt war. In der Umgebung des Dolmens wurden Gruben mit bronzezeitlicher Keramik und eine Schicht beobachtet, die neben zahlreichen Silexabschlägen auch eine mesolithische Spitze enthielt.
Nach dem Entfernen der trapezförmigen Deckplatte und dem Ausheben der Störungen im Innern der Grabkammer zeigten sich zahlreiche übereinander liegende menschliche Skelette sowie einige Silexpfeilspitzen, Messer und Anhänger aus Tierzähnen. Die rund 30 Individuen lagen vorwiegend in gestreckter, leicht seitlich abgekippter Lage. Die Arbeit des Anthropologieteams des IRM (Institut für Rechtsmedizin der Universität Bern) beim Identifizieren zusammengehörender Skelettteile wurde stark erschwert durch einige grosse Störungen im Bereich der Schädel, Becken und Füsse der Bestatteten. Die Entnahme von DNA- und Isotopenproben bereits auf der Grabung soll eine differenzierte Analyse der neolithischen Bevölkerung von Oberbipp möglich machen.
Archäologische Funde: Silices, Anhänger aus Tierzähnen, Kalksteinperle, Keramik, Baukeramik.
Anthropologisches Material: Skelettreste von ca. 30 Individuen.
Probenentnahmen: C14, Sediment, Makroproben, DNA, Isotopen, Mikromorphologie.
Datierung: archäologisch. Mesolithikum; Neolithikum, ca. 3500-2800 v. Chr.; Bronzezeit; Römische Zeit; Mittelalter. ADB, M. Ramstein.
Oberbipp BE, Steingasse
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Détail de la chronique
Commune
Oberbipp
Canton
BE
Lieu-dit
Steingasse
Coordonnées
E 2616750, N 1234390
Altitude
487 m
Numéro de site cantonal
--
Numéro d'intervention cantonal
--
Nouveau site
Oui
Prélèvements
restes botaniques, échantillons de sédiments géoarchéologiques
Analyses
¹⁴C, DNAa, isotopes, micromorphologie
Date de la découverte
07 octobre 2011
Surface (m²)
120 m2
Date de début
février 2012
Date de fin
décembre 2012
Méthode de datation
¹⁴C, archéologique
Année de publication
2013
Époques
Néolithique, Paléolithique, Mésolithique, Âge du Bronze, Époque romaine, Moyen Âge
Type de site
funéraire (tombe), funéraire (dolmen)
Type d'intervention
--
Mobilier archéologique
pierre (outil), matériel organique (parure), pierre (parure), céramique, céramique (élément architectural)
Os
squelettes humains
Matériel botanique
--
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