Im Vorfeld des Neubaus von drei Einfamilienhäusern untersuchte der Archäologische Dienst des Kantons Bern (ADB) eine Parzelle in der Gemeinde Oberbipp. Die Fundstelle an der Poststrasse auf der Flur Ischlegli liegt in einem archäologisch interessanten Gebiet, denn nur 30 m nördlich befand sich der bekannte Dolmen aus dem Spätneolithikum, der im Jahr 2012 ausgegraben worden war. Nachdem in den Baggersondierungen Gruben und prähistorische Funde aus Keramik und Stein zum Vorschein gekommen waren, untersuchte der ADB den westlichen Teil der Parzelle (100 m2) mit einer Rettungsgrabung. Dabei wurden in einer Tiefe von rund 1 m eine archäologische Fundschicht und neun Gruben von unterschiedlicher Form und Grösse dokumentiert. Das Fundmaterial besteht hauptsächlich aus Keramik, die typologisch der Mittelbronzezeit zugewiesen werden kann, sowie aus einer kleinen Menge an Artefakten aus Feuerstein (Silex), wenigen Knochenfragmenten und einigen von Hitze zersprengten Steinen. Die genannten Befunde wurden von einem jüngeren Graben geschnitten. Die meisten Gruben lassen sich mittels 14C-Datierungen sowie anhand der Funde in die Mittelbronzezeit datieren. Zwei Gruben scheinen jedoch älter zu sein:  eine enthielt eine Silexklinge vom Typ Montbani (Spätmesolithikum) in Kombination mit einem 14C-Datum aus dem späten 7.  Jahrtausend v. Chr., aus der anderen Grube wurden Silexabschläge geborgen und die 14C-Analyse deutet ins späte Neolithikum.

Die Gruben und die Funde aus der Mittelbronzezeit stammen wahrscheinlich von einer Siedlung in der Nähe, auch wenn in der kleinen ausgegrabenen Fläche selbst keine Hinweise auf Häuser festgestellt werden konnten. Die Funde aus verschiedenen prähistorischen Epochen in der Flur Ischlegli passen zur bekannten Fundstelle mit dem spätneolithischen Dolmen, in der ebenfalls umgelagerte Silexartefakte aus dem Mesolithikum und Keramikfragmente aus der Mittel- bis Spätbronzezeit geborgen wurden. Die neuen Funde in der Flur Ischlegli erweitern das Bild zur Besiedlungsgeschichte von Oberbipp und es zeichnet sich ab, dass der grosse Schwemmkegel während der Urgeschichte ein geeigneter Ort für verschiedene menschliche Aktivitäten war. Sofern sie nicht durch Erosionsrinnen überprägt und zerstört wurden, ist es wahrscheinlich, dass sich in der Umgebung weitere archäologische Funde im Untergrund verbergen.