Während der dritten Etappe des Bauprojekts in der St. Alban-Vorstadt und am Mühlenberg wurden die Werkleitungen zwischen Kunstmuseum und Schöneckbrunnen ersetzt und neue Fernwärmeleitungen mit Hausanschlüssen verlegt sowie die Strassenoberflächen erneuert (Abb. 1). Zudem wurde die Kanalisation im Hinterhof der St. Alban-Vorstadt 7 ersetzt. Damit wurden die Ausgrabungen abgeschlossen.

Da die Arbeiten an sämtlichen Hauptleitungen in bestehenden Gräben stattfanden, beschränkte sich die archäologische Dokumentation hauptsächlich auf einzelne Ausschnitte der Grabenprofile. Diese erlaubten unter der Strasse bei der St. Alban-Vorstadt 11 und neben dem Neubau des Kunstmuseums weitere Einblicke in die römischen und mittelalterlichen Strassenschichten. Mehrfach kamen auch Teile von neuzeitlichen Dolen zum Vorschein. Die Erkenntnisse aus früheren Etappen wurden dabei bestätigt.

Einige Bodeneingriffe für Hausanschlüsse fanden jedoch in unberührtem Boden statt. Innerhalb des Gebäudes Mühlenberg 10 lagen unter dem modernen Betonboden drei Fragmente eines Mühlsteins aus rotem Buntsandstein. Aufgrund seiner Grösse (über 1 m Durchmesser) muss er maschinell betrieben worden sein. Nachdem der Schutt abgeräumt war, erschienen in geringer Tiefe Reste eines kreisförmigen Backsteinmauerwerks, das wohl zu einem Schacht gehörte. Ob der Mühlstein einst sekundär als dessen Abdeckung verwendet worden war, bleibt unklar. Ausgegraben wurden nur die obersten beiden Steinlagen des Schachts. Auch seine Datierung muss bislang offenbleiben.

Ein weiterer archäologischer Aushub ergab sich im Vorgarten der St. Alban-Vorstadt 45. Zu der heute bestehenden, nach 1903 errichteten Liegenschaft gehört auch die ehemalige Nachbarparzelle Nr. 47, die seit dem 14. Jahrhundert erwähnt ist und in der unsere Grabungsfläche lag. Da das Vorgängergebäude einst bis zur Strasse reichte, war im heutigen Garten zwischen Strasse und Haus mit spätmittelalterlichen oder frühneuzeitlichen Mauern zu rechnen. Tatsächlich fand sich ein mehrphasiger Mauerrest, der die Südwand eines frühen Steinbaus markiert.

Im Hinterhof der St. Alban-Vorstadt 7 führte der kurzfristig geplante Ersatz von zwei Schlammsammlern zu einer archäologischen Intervention, da unterhalb der bestehenden Schächte archäologische Schichten zu erwarten waren. Hier fanden sich verstürzte Ziegel und eine Grube mit zahlreichen Staketenlöchern. Aufgrund der Leistenziegel und weiterer Funde, unter anderem mehrere Terra Sigillata-Fragmente (Abb. 2), konnten die Strukturen eindeutig als römisch identifiziert werden und datieren wahrscheinlich ins 1.–3. Jahrhundert n. Chr. Die sehr begrenzten Flächen ermöglichen zwar kaum Interpretationen zur Entstehung oder Funktion der Befunde, dennoch geben uns die Resultate wichtige Anhaltspunkte zur Ausdehnung des römischen vicus, der sich hier entlang der Ausfallstrasse südlich der Befestigung entwickelt hatte.