Die Felsenburg liegt auf einem scharfen, nordsüdlich verlaufenden Felsgrat nördlich der Siedlung Mitholz im Kandertal (Abb. 1). Die Burg ist spätestens seit 1987 im Besitz des Kantons Bern und wurde 1948 erstmals gesamthaft saniert. Nebst dem Neuausfugen der Umfassungsmauer und dem Neuaufbau des Nordwestturms wurden damals die Abbruchkronen des Hauptturms mit einem Zementdeckel und Wasserausläufen versehen. Nach punktuellen Sanierungen und der Erschliessung des Turminneren 1988 stand 2025 eine erneute Teilsanierung an, da sich im Zementdeckel über den Abbruchkronen des Turms Risse gebildet hatten und die Wasserabführung ungenügend war.  Im Rahmen der Teilsanierung wurden 2025 der Hauptturm und ein Teil der Umfassungsmauer sowie der südwestliche Rundturm bauarchäologisch untersucht.

Der Zugang zur Burg erfolgt von Süden über eine steile und verwinkelte Zwingeranlage. Danach führt der Weg zum Tor mit Torhaus und Torgraben. Der steil nach Westen abfallende Burghof wird von einer Umfassungsmauer gesäumt, die mit zwei Rundtürmen im Nordwesten und Südwesten verstärkt ist.

Das Mauerwerk des Südwestturms stand im Verband mit dem Mauerwerk der Umfassungsmauer. Deren stratigrafisches Verhältnis zum Hauptturm konnte nicht untersucht werden, doch ist anzunehmen, dass sie gleichzeitig mit oder nach dem Hauptturm entstand. Letzterer ist in einem Zug errichtet worden. Er wies mindestens drei Obergeschosse, wahrscheinlich aber noch ein viertes gemauertes Obergeschoss auf. Über dem Turmsockel (Erd- und 1. Obergeschoss) folgten zwei Wohngeschosse, beide wohl in zwei Räume unterteilt: Im zweiten Obergeschoss im Süden eine Stube, im Norden ein Durchgangsraum mit Kamin. Im Westen schloss eine hölzerne Laube an. Das dritte Obergeschoss umfasste im Süden einen kaminbeheizten Raum, im Norden eine unbeheizte Kammer. Jedes Wohngeschoss war mit einem Aborterker versehen. Ein seltenes Bauelement ist eine in der Mauerstärke verlaufende Treppe vom 3. ins rekonstruierte 4. Obergeschoss, das zumindest teilweise gemauert war.

Zu beobachten waren auch viele bautechnische Besonderheiten: In der Südmauer konnte eine Bautüre beobachtet werden, und im 1. Obergeschoss scheint es einen hölzernen Arbeitsboden gegeben zu haben, der nur den westlichen Teil des Turmgrundrisses einnahm. Schräge und horizontale Balkennegative im selben Geschoss stammen von hölzernen Bügen, welche entweder die darüber liegende Geschossbalkenlage oder eine Arbeitsrampe während des Baus trugen. An den Aussenfassaden waren Netzriegellöcher eines Stangengerüsts fassbar.

Da die Abdrücke der Stirnseiten von Balken in der Geschossbalkenlage des 2. Obergeschosses dendrochronologisch nicht auswertbar waren (zu wenige Ringe, keine Waldkante identifizierbar), kann die Datierung des Turms nur typologisch anhand von Einzelmerkmalen vorgenommen werden: 2. Hälfte 13. Jh. oder 1. Drittel 14. Jh.