LK 1031/1051, 687 570/277 390. Höhe 352 m.
Datum der Prospektion: 4./5.2.1997, 19.1.2009, 2./3.2.2010, 30.8.2011, Oktober 2011, 3.-5.9.2012; September und Dezember 2013.
Neue Fundstelle.
Prospektion.
Neuzeitliche Holzkonstruktion.
Anlässlich von Prospektionsflügen im nördlichen Weinland wurden 1999 erstmals anthropogene Strukturen im Flussbett des Rheins entdeckt und dokumentiert: eine dichte Folge von rund 40 in den anstehenden Sandsteinfels gehauene Pfostenlöcher. Sie erstrecken sich über eine Distanz von rund 150 m in einem leichten Bogen vom südwestlichen Ende der Klosterinsel gegen das Kraftwerk Rheinau zu. In einzelnen Abschnitten scheinen die Nachweise zu fehlen, was an der lokal sehr dichten Flussvegetation liegen dürfte.
Seit 1997 führten Mitarbeiter der Unterwasserarchäologie der Stadt Zürich (UWA) im Rhein bei Rheinau ZH wiederholt Tauchprospektionskampagnen durch, um dort archäologische Befunde (Brücken, Anlegestellen etc.) zu finden. Hinweise auf abgegangene Strukturen im Wasser finden sich in verschiedenen älteren Quellen, u.a. in einem Brief von 1923, der darüber berichtet, dass die Netze von Fischern wiederholt an Eichenpfählen hängen geblieben seien, die sich im Rhein befänden.
Bis 2010 wurden jedoch keine archäologisch relevanten Befunde nachgewiesen, u.a. weil sich der Rhein in jenem Gebiet nach dem Bau des Kraftwerks in den 1950er-Jahren in ein Stehgewässer gewandelt hatte und die am Grund abgelagerten Feinsedimente nicht mehr weggeschwemmt wurden. Infolge einer Panne im Kraftwerk Rheinau floss 2011 in kurzer Zeit eine grosse Menge Wasser den Rhein hinab und spülte dabei Teile der seit Jahrzehnten von Feinsedimenten überlagerten Flussoberfläche frei. Bei einem kurz darauf durchgeführten Tauchgang stiessen Mitarbeiter der UWA im Areal zwischen Klosterinsel und Kraftwerk auf liegende Hölzer. Bei nachfolgenden Tauchgängen legten sie einen Teil davon frei. Bei den Holzresten handelt es sich um massive Eichenbalken, die Teil eines grösseren Befunds sein dürften. Einzelne Hölzer zeigen spezielle Bearbeitungsspuren (z.B. eine halbrunde Aussparung) und auch gut erhaltene Holzverbindungen (z.B. Kreuzverblattung, Verzapfung). Sie scheinen Teil einer kastenartigen Konstruktion zu sein. Drei der Hölzer datieren ins Jahr 1572 bzw. 1575 (Dendrolabor der Stadt Zürich). Da keiner der drei Balken Splintholz aufweist, dürften sie um 1600 gefällt und verbaut worden sein. Die Befunde werden als Überreste einer Holzkonstruktion gedeutet, mit welcher in der frühen Neuzeit Wasser auf die Klostermühlen geleitet wurde. Gemäss historischen Quellen wurden die ersten Mühlen des Klosters 1559 errichtet. Den besten Hinweis zum Aussehen der Holzkonstruktion findet man auf der Federzeichnung eines anonymen Künstlers aus der Zeit um 1565-1572. Darauf sind das Mühlegebäude mit den aussen angebauten Mühlrädern sowie ein vom Kloster her begehbarer Holzsteg gut erkennbar. Eine weitere Konstruktion grenzt den «Chli Rhy» vom eigentlichen Flusslauf ab. Vergleichbare, zeitgleiche Konstruktionen kennt man z.B. aus der Stadt Zürich und aus Konstanz. Die Konstruktion dürfte bereits in der 1. Hälfte des 18. Jh. aufgegeben worden sein. Auf verschiedenen bildlichen Darstellungen des 18. und 19. Jh. erkennt man aus dem Wasser ragende Pfosten als letzte Überreste. Im Verlauf des 18. Jh. wurden als Ersatz mächtige Steinwuhren aufgeschüttet, welche die Wasserzufuhr zum «Chli Rhys» und zu den Mühlen regulierten. Deren Reste sind auf Luftbildern aus dem frühen 20. Jh. noch deutlich zu erkennen. Die Gebäude mit der Mühle und der Sägerei wurden in der 2. Hälfte des 19. Jh. im Zusammenhang mit dem Umbau der Klosteranlage zur psychiatrischen Klinik abgerissen.
Archäologische Funde: bearbeitete Hölzer.
Probenentnahmen: Proben für Dendrodatierungen.
Datierung: archäologisch; dendrochronologisch. Um 1600.
KA ZH, P. Nagy; Amt für Städtebau Zürich/Unterwasserarchäologie, Y. Seiler.
Rheinau ZH, Rbein
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Detail des Fundberichts
Gemeinde
Rheinau
Kanton
ZH
Ort
Rbein
Koordinaten
E 2687570, N 1277390
Höhe
352 m
Signatur Fundstelle Kanton
--
Signatur Ereignis Kanton
--
Neue Fundstelle
Ja
Probenentnahmen
Holz/Holzkohle
Analysen
Dendrochronologie
Datum der Fundmeldung
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Oberfläche (m²)
--
Datum Beginn
04 Februar 1997
Datum Ende
05 Februar 1997
Datierungsmethoden
Dendrochronologisch, Archäologisch
Publikationsjahr
2014
Epoche
(Frühe) Neuzeit, Zeitgenössisch
Art der Fundstelle
Siedlung (einzelnes Bauwerk)
Art der Untersuchung
Prospektion
Archäologische Funde
organisches Material (Holzobjekt)
Knochen
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Botanische Funde
Holz/Holzkohle
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