Im Frühling 2024 führte die Kantonsarchäologie im Vorfeld zweier Neubauten Grabungen innerhalb der bereits länger bekannten Gewerbesiedlung aus dem Frühmittelalter durch. In den letzten 15 Jahren kamen hier gegen dreissig Grubenhäuser und vier oder fünf Pfostenbauten aus der Zeit vom 5.–10. Jh. zum Vorschein. Reste von vier Rennöfen sowie rund 5 Tonnen Schlacken belegen eine intensive Eisenverhüttung und -verarbeitung an Ort. Die beiden untersuchten Parzellen befinden sich in der bisher wenig erforschten, südlichen Hälfte des ehemaligen Siedlungsareals und liegen etwa 60 m voneinander entfernt.

Die nördliche der beiden Parzellen schloss an die Ausgrabung 2019 an, bei der die Überreste eines Gehöftes mit einem mehrschiffigen Pfostenbau und zehn Grubenhäusern aufgedeckt worden waren. Von einem 2019 angeschnittenen Grubenhaus aus der ersten Hälfte des 8. Jhs. wurde bei der Ausgrabung 2024 die südliche Hälfte erfasst. Ein zweites, besser erhaltenes Grubenhaus gehört zum Typ der Vierpfostenbauten (Abb.1-2) und stammt aus dem 7.−9. Jh. Die noch 30 cm tief erhaltene, rund 2 × 3 m grosse Grube war mit grauem Lehm und einer dicht gesetzten Steinpackung aufgefüllt. Östlich der beiden Grubenhäuser wurden rund fünfzig Pfosten und Pfostengruben dokumentiert, die vermutlich von mindestens zwei unterschiedlichen Pfostenbauten stammen. Das nördliche Gebäude kann ins 5./6. Jh. datiert werden.