Da bei früheren Grabungen im näheren Umfeld bereits Befunde von der Bronzezeit bis ins Mittelalter zutage getreten waren, führte die Kantonsarchäologie Zürich im Vorfeld eines im Dorfkern von Otelfingen geplanten Neubaus eines Mehrfamilienhauses Sondierungen durch. Aufgrund der dabei angetroffenen Befunde und Funde wurde entschieden, die gesamte Projektfläche archäologisch auszugraben. Die dreieinhalb Monate dauernde Grabung brachte zahlreiche Befunde und Funde von der Bronzezeit bis in die Frühe Neuzeit ans Licht. Die Fundstelle liegt am Übergang des auslaufenden Lägernhangs im Norden zur Furttalebene im Süden.

Mittig, quer durch die Grabungsfläche, konnte über eine Länge von rund 30 m ein nahezu geradliniger, parallel zum Hang verlaufender und in die postglazialen Flussablagerungen eingetiefter Graben dokumentiert werden. Sein geradliniger Verlauf, die steil abfallenden Böschungen und bronzezeitliche Keramikfunde aus der eingeschwemmten Verfüllung deuten laut geoarchäologischem Gutachten auf eine anthropogen beeinflusste Entstehung hin. Im Laufe der Bronzezeit wurde der Graben durch Bachablagerungen verfüllt.

Wie der Fund einer Nadel mit doppelkonischem Kopf belegt, setzte in der südlichen Hälfte der Grabungsfläche gleichzeitig oder kurz nach der Verfüllung des Grabens eine landwirtschaftliche Nutzung ein, die mindestens bis in die Spätbronzezeit andauerte. Innerhalb dieser Nutzungsschichten wurde eine rund 11 m lange und 3.6 m breite, diagonal verlaufende Kieslage festgestellt. Sie war einlagig, sehr dicht gepackt und wies eine ebene Oberfläche auf. Eine darin gefundene, nicht näher datierbare bronzezeitliche Nadel spricht für eine menschliche Einbringung des Kieses. Die Kieslage wird bisher als Wegstück interpretiert.

In der nördlichen Hälfte der Grabungsfläche konnten zudem eine vermutlich zeitgleiche Konzentration von Pfostengruben sowie mehrere Holzkohlekonzentrationen dokumentiert werden. Ihre Datierung steht noch aus, doch stratigraphisch ist ebenfalls eine Zuweisung in die Bronzezeit wahrscheinlich. Ein in der Nähe erfasstes gekapptes Urnengrab mit vier Beigabengefässen lässt sich typologisch in die Spätbronzezeit (Ha B2) datieren. Ob zwischen diesen bronzezeitlichen Befunden ein Zusammenhang besteht, liess sich nicht mehr nachweisen. Die Befunde fügen sich jedoch gut in die überregional festgestellte Tendenz zur Siedlungskonzentration auf Hangfusslagen, Bachschuttkegeln und Schwemmfächern in der Mittel- und frühen Spätbronzezeit ein.

Wie zwei Fibeln aus den Bachablagerungen belegen, durchfloss ein Bach entlang des bronzezeitlichen Grabenverlaufs mindestens bis in die jüngere Hallstattzeit die Grabungsfläche. In dieser Zeit überflutete er wiederholt die südliche Hälfte der Grabungsfläche und lagerte feine Sedimente ab. Zahlreiche Funde aus diesen Hochflutsanden zeigen, dass die Auenlandschaft weiterhin begangen und genutzt wurde. Der jüngste Fund aus den Ablagerungen ist eine Fibel aus der Latènezeit (LT B). In der nördlichen Grabungshälfte setzten gleichzeitig anthropogen beeinflusste kolluviale Ablagerungen ein, die sich allmählich nach Süden ausweiteten und später auch den Bachbereich überdeckten.

Die nächstjüngeren datierbaren Befunde sind zwei Gruben mit jeweils einem vollständig erhaltenen Pferdeskelett. Die in situ erhaltenen Hufeisen datieren in die frühe Neuzeit zwischen Mitte des 16. und 17. Jh. Die Datierung konnte durch zwei C14-Datierungen der Knochen eines Pferdes bestätigt werden (BE-25571.1.1, 337 ± 22 BP, 1481-1637, cal. 2 σ; BE-25573.1.1, 306 ± 22 BP, 1500-1649, cal. 2 σ). Der Datierungsversuch der Knochen des zweiten Pferdes lieferte kein Resultat. Zahlreiche weitere Gruben mit Skeletten von Pferden und anderen Tieren sind bislang undatiert. Als jüngste Befunde wurden mehrere moderne Drainagen dokumentiert.