Im Hüenliwald zwischen Allmendingen und Muri erhebt sich ein markanter Hügelkamm, auf dessen Kuppe eine Erdburg liegt. Sie ist mindestens auf drei Seiten mit Wällen und auf zwei Seiten mit Gräben befestigt. Nordwestlich davon erstreckt sich ein langes Plateau mit zwei weiteren Halsgräben. 1256 wurde der Hügel unter den Gütern des verstorbenen Arnold von Allmendingen «montem dictum Frunberch» genannt, und auf einem Plan von Allmendigen von 1729 steht an der Stelle: «Hier ist vor diesem das Schloss Pfraumberg gestanden». Bendicht Moser fertigte im Jahr 1910 eine detaillierte topografische Aufnahme an. 1954 legte das Seminar für Urgeschichte der Universität Bern unter Professor Hans-Georg Bandi Sondierschnitte an, die keine näheren Erkenntnisse über das Alter der Anlage erbrachten. Eine Keramikscherbe wurde als prähistorisch beurteilt (BHM Inv. 39492). Hans Grütter vermutete später, dass es sich um eine aus einer prähistorischen Anlage herausgearbeitete hochmittelalterliche Holzburg handelte.
Ein Spaziergänger entdeckte kurz nach Neujahr 2024, dass die Wehranlage stark beschädigt war. Im Zuge von Waldarbeiten war eine Rückegasse quer über die Erdburg angelegt worden, die den nordwestlichen Wall, etwa 3 m breit und knapp 1 m tief durchschnitt. Ausserdem war der dazugehörige Graben mit Erde gefüllt worden. Durch diese Arbeiten in einer inventarisierten archäologischen Fundstelle, die als solche sogar auf den Landeskarten bezeichnet ist, war das Geländedenkmal stark beeinträchtigt, und es drohte eine Erosion der verbleibenden unversehrten Wallpartien. Daher war es offensichtlich, dass die Situation wiederhergestellt werden musste – in Abstimmung mit den Waldeigentümern und den zuständigen Revierförsterinnen und Revierförstern/Forstmitarbeitenden. Damit in Zukunft weitere Beschädigungen vermieden werden, wurde in der Folge eine alte Rückegasse unterhalb der Hügelkuppe wieder geöffnet. Dadurch kann der grösste Teil des Hügels ohne Beeinträchtigung der Fundstelle und weiterhin ohne Einschränkung forstwirtschaftlich genutzt werden.
Vor der Wiederherstellung legte der Archäologische Dienst im Mai 2025 an der zerstörten Stelle einen Sondierschnitt bis auf die anstehende Moräne an und dokumentierte das Südprofil. Dieses zeigt, dass auf dem höchsten Punkt des Hügels Gräben mit einer Tiefe von rund 1,5 m ausgehoben wurden und das dabei gewonnene Erdreich an der Innenseite zu einer Wallanlage aufgeschichtet ist. Der Wall hat aufgrund von Erosion nur noch eine Höhe von 1,2 m. Es wurden weder Spuren einer Palisade noch andere Reste der Nutzung oder Artefakte gefunden. Hingegen wurden Holzkohlen geborgen, die wir für Radiokarbondatierungen nutzten. Die zwei Proben aus der obersten Wallschüttung erwiesen sich als neuzeitlich bzw. modern eingebracht, während die Probe aus der untersten Wallschüttung aus dem 11. oder 12. Jahrhundert stammt.
Mit der Radiokarbondatierung liegt erstmals eine Bestätigung für die bisher bloss vermutete hochmittelalterliche Datierung der Anlage im Hüenliwald vor. So ist es möglich, dass diese die Vorgängerin der rund 800 m entfernten, heute ebenfalls abgegangenen mittelalterlichen Turmburg westlich des Dorfs Allmendingen war. Neue Hinweise auf eine weiter zurückreichende, prähistorische Nutzung des Hügels im Hüenliwald gibt es indes nicht. Eine solche ist freilich dennoch nicht auszuschliessen, zumal die Gräben auf dem nordwestlichen Hügelsporn nach wie vor nicht untersucht sind.
