LK 1193, 2710706/1185445. Höhe 2582 m.
Datum der Fundmeldung: 12.12.2017.

Neue Fundstelle.
Zufallsfund ohne Ausgrabung.

Am 14.10.2017 begleitete Remo Degonda aus Cumpadials seinen Vater auf der Steinwildjagd im Val Gronda da Russein und entdeckte dabei südlich des Sandpasses, der ins Glarnerland führt, eine Mehrkopfnadel aus Bronze (Abb. 15). Die Fundstelle liegt im steilen, über einem Felsband gelegenen Gelände, das Tschespets genannt wird und etwa 500 m unterhalb des Passes liegt. Vom stark verwitterten Objekt ist der obere Teil mit vier Knoten und den dazwischen liegenden Wülsten erhalten, eine Faltenwehr ist nicht ausgebildet. Die erhaltene Länge beträgt 7,5 cm; die Spitze fehlt. Vollständig erhaltene Stücke dieses Typs sind zwischen 18 und 20 cm lang. Ihr hauptsächliches Verbreitungsgebiet liegt im Osthallstattkreis und am südlichen Alpenfuß. Aus Graubünden war bisher ein einziges Exemplar bekannt; es gehört zur Ausstattung von Grab 39 im Gräberfeld von Tamins-Unterm Dorf und besteht aus Eisen. Die Fundstelle im Val Russein stellt nun den westlichsten Fundpunkt dieses Typs dar. Bei welcher Unternehmung die Nadel ins unwegsame Gebiet am Aufstieg zum Sandpass gelangte, bleibt dem weiten Feld der Spekulationen überlassen.

Datierung: archäologisch. HaC, 8. Jh. v.Chr.
AD GR, M. Seifert.