LK 1276, 769 100/143 230. Höhe ca. 2340 m.
Datum der Ausgrabung: 23.7.-3.8.2007 und 21.7.-8.8.2008.
Bibliografie zur Fundstelle: Jber. ADG DPG 2004, 41-48; JbSGUF 88, 2005, 307-310; HA 37, 2006, 148, 118-134.
Forschungsgrabung. Grösse der Grabungsfläche ca. 120 m².
Römisches Militärlager.
Im Sommer 2007 und 2008 führte die Bayerische Akademie der Wissenschaften in München in Zusammenarbeit mit dem AD GR auf dem Septimerpass zwei Grabungskampagnen durch (Leitung: Werner Zanier und Jürg Rageth).
Aufgrund der früher entdeckten Metallfunde (s. Literaturhinweise oben) wurden mehrere kleinere Grabungsflächen geöffnet und das ganze Umgelände intensiv mit dem Metalldetektor abgesucht.
An konstruktiven Befunden wurden eine längere Wallaufschüttung von 60-100 m Länge, 8-10 m Breite und 1-1.5 m Höhe, diverse Trockenmauern und Steinsetzungen, Pfostenlöcher, Gruben und Gräben usw. beobachtet.
Neben zahlreichen rezenten Objekten (Militärschrott der Schweizer Armee) wurden über 1000 römische Funde geborgen, so z. B. gegen 100 Münzen, darunter ganze und zahlreiche halbierte Bronzemünzen, mehrere Silbermünzen und auch mehrere Potins, über 400 augusteische Schuhnägel, über 70 Zeltheringe, vier Pila, 15 Katapultpfeilspitzen und weitere Eisengeschosse, 10 Schleuderbleie (z.T. mit Stempel der L.III, LEC X und L.XII).
Dazu kommen 3 Lanzenspitzen, über 20 Lanzenschuhe, zahlreiche Werkzeuge und Gerätteile und über 200 faustgrosse Bollensteine (Flusskiesel), die eindeutig von aussen her zugetragen worden waren und bei denen es sich höchstwahrscheinlich um Schleudersteine oder allenfalls um Hitzesteine handelt.
Der wohl bedeutendste Fund bildet ein Inschriftenstein, der sich im Bereiche der Wallaufschüttung fand und auf dem neben einer möglichen Namensinschrift die L.XII.II.IIIII (Abb. 25) erwähnt ist.
Keramikfunde und zoologische Knochenabfälle hingegen wurden nur in einigen wenigen Fragmenten geborgen.
Die Untersuchungen auf dem Septimerpass ergaben letztlich, dass sich in der Nähe des Passes der Standort eines augusteischen Militärlagers befunden hatte, das mit einem Wall befestigt war und zweifellos im Zusammenhang mit dem Alpenfeldzug von 16/15 v. Chr. stand.
Von den Münzdatierungen her ist es wahrscheinlich, dass der Lagerplatz in der Zeit zwischen 15 v. Chr. und 15 n. Chr. mehrfach benutzt wurde.
Datierung: archäologisch; historisch.
15 v. Chr. bis ca. 15 n. Chr. AD GR, J. Rageth.
Bivio GR, Septimerpass
View the original PDF
Details of the chronicle
Municipality
Surses (Former municipality: Bivio)
Canton
GR
Location
Septimerpass
Coordinates
E 2769100, N 1143230
Elevation
2340 m
Site reference number
--
Cantonal intervention number
--
New site
--
Sampling
--
analyses
--
Discovery date
--
Surface (m²)
120 m2
Start date
23 July 2007
End date
08 August 2008
Dating method
historical, archaeological
Publication year
2009
Period
Roman Era
Site type
settlement (military camp), infrastructure (military_installations )
Type of intervention
excavation (research excavation)
Archaeological finds
--
bones
--
Botanical material
--
×
