An der Grenze zwischen den Kantonen Zürich und Zug, auf dem Gebiet der Gemeinden Knonau ZH und Cham ZG, wird seit Jahrzehnten Kies abgebaut. Auf Zuger Seite (Areal Äbnetwald) begleitet das Amt für Denkmalpflege und Archäologie des Kantons Zug den Abbau seit rund 32 Jahren mit unterschiedlicher Intensität. Dabei traten auf dem weitläufigen Areal archäologische Überreste unterschiedlicher Epochen zutage.
2024/25 wurde ein rund 200 m langer und 50 m breiter Streifen beidseits der Kantonsgrenze untersucht. Im näheren Umfeld dieses Perimeters waren auf Zuger Seite bereits zahlreiche spätbronzezeitliche Gräber freigelegt worden. Infolgedessen untersuchten Teams der jeweiligen Kantonsarchäologien den betroffenen Perimeter in enger Absprache und zeitgleich.
Auf Zürcher Seite konnten 2024 rund 2700 m2 untersucht werden, im Frühjahr 2025 wurde eine Restfläche von rund 920 m2 abgeklärt. Auf der gesamten Fläche folgte unter einer dünnen Humusschicht ein unterschiedlich mächtiger Silt, vermutlich ein Hangkolluvium. Darunter folgten der B- und C-Horizont.
Es wurden zwei prähistorische Befunde dokumentiert. Die erste Struktur bestand aus einem grossen, halbkreisförmigen Steinkranz, der genau an der Kantonsgrenze endete. Der ursprünglich wohl leicht ovale Steinkreis mit einem Durchmesser von ca. 11 m umschloss ein auf Zuger Gebiet liegendes, nur rund 1 m von der Kantonsgrenze entferntes Grab (siehe Fundmeldung «Cham-Oberwil ZG, Aebnetwald», 2025). Weshalb sich die Struktur auf Zuger Seite nicht fortsetzte, bleibt unklar; möglicherweise wurde sie in diesem Bereich bei früheren landwirtschaftlichen Tätigkeiten zerstört.
Beim zweiten Befund handelte es sich um eine Konzentration von Keramikfragmenten, die sich im Labor zu zwei teilweise erhaltenen spätbronzezeitlichen Gefässen zusammensetzen liessen. Obwohl keine Knochen nachgewiesen sind, handelt es sich aufgrund des Fundstellenzusammenhangs wohl um die Überreste eines stark gestörten Grabes. Erwähnenswerte Einzelfunde sind der Kopf einer Binninger-Nadel und ein Steinbeil.
Mehrere dokumentierte Steinansammlungen datieren aufgrund ihrer stratigraphischen Lage und der zugehörigen Funde wahrscheinlich in die Neuzeit; ihre Bedeutung ist bislang unklar. Unter einer dieser Steinansammlungen fand sich eine vermutlich neuzeitliche Sense.
Entlang der Kantonsgrenze traten zudem mehrere Grenzsteine zutage. Neben neueren, rechteckigen Exemplaren fanden sich teilweise auch ältere Exemplare, aus grösseren, länglichen Felsbrocken. Markierungen in Form von Schrift- oder Bildzeichen waren nicht vorhanden.
