Das Sammlungszentrum des Schweizerischen Nationalmuseums soll in den kommenden Jahren nach Süden erweitert werden. Die geplanten Bodeneingriffe betragen mindestens 7300 m² (Parzelle Kat.-Nr. 4723). Unmittelbar westlich des Perimeters wurde 1998 eine frühbronzezeitliche Grube dokumentiert; rund 150 m südöstlich liegt ein römischer Gutshof.
Die Kantonsarchäologie Zürich hatte das Gelände bereits im März 2023 sondiert. Dabei wurden ein prähistorischer Anthrosol festgestellt und eine mutmasslich latènezeitliche Steinkonzentration angeschnitten. Im Sommer 2024 folgte eine zweimonatige Ausgrabung. Da die damals freigelegte Steinpackung nicht vollständig abgebaut werden konnte und zudem unklar blieb, ob weitere Befunde vorhanden sind, wurde im Herbst 2025 eine zweite, sechswöchige Grabungsetappe durchgeführt. Nördlich und östlich an die Grabung von 2024 anschliessend wurden zwei zusätzliche Flächen geöffnet.
Zahlreiche rundliche Verfärbungen und flache Gruben erwiesen sich als Pfahlwurzeln bzw. Wurzelgruben. Dies wirft die Frage auf, ob ähnliche Strukturen aus der vorjährigen Ausgrabungskampagne, die als mögliche Pfostengruben gedeutet wurden, ebenso zu interpretieren sind.
Weiter wurde eine ca. 25 Meter lange, streifenartige Steinkonzentration erfasst. Der Befund setzt auf den B-Horizont auf und lässt sich in eine dünne, unregelmässige Steinlage unten sowie eine dichtere Steinlage mit grösseren Steinen oben untergliedern. Die beiden Lagen sind durch ein wenige Zentimeter mächtiges Kolluvium voneinander getrennt. Mangels Funden bleibt eine genaue Datierung offen, stratigraphisch erscheint jedoch eine Einordnung in die Spätlatène- bis römische Zeit möglich. Auch die Interpretation ist unsicher. Am plausibelsten erscheint ein (einmal erneuerter) Weg, der möglicherweise als Zugang zu landwirtschaftlich genutzten Flächen diente.
Am östlichen Rand der Struktur wurde eine rechteckige Setzung (ca. 2.2 × 1.4 m) aus Bollensteinen freigelegt. Da darunter keine weiteren Befunde erkennbar waren, handelt es sich wohl um einen Unterbau bzw. ein Fundament.
In die bereits 2024 dokumentierte, wahrscheinlich latènezeitliche oder frührömische Steinpackung war ein sehr grosser Findling integriert. Es zeigte sich, dass ein mit Steinen verfüllter Graben um den Findling verlief. Vermutlich sollte er einmal ausgegraben und entfernt werden, doch aufgrund seiner Grösse musste der Versuch abgebrochen werden. Der ausgehobene Graben wurde anschliessend wohl genutzt, um störende Steine zu entsorgen. Da der Graben die ursprüngliche Steinpackung stört, datiert dieser Eingriff später, möglicherweise spätrömisch oder mittelalterlich. Unter der Steinpackung zeichneten sich keine weiteren Befunde ab.
Das Fundmaterial ist äusserst spärlich. Es umfasst wenige kleine, mutmasslich bronzezeitliche Scherben aus einem Hangkolluvium sowie eine mittelbronzezeitliche Scheibenkopfnadel als Streufund. Die Funde scheinen daher verlagert.
Da die Ausdehnung der 2025 entdeckten Steinkonzentration nicht abschliessend geklärt werden konnte, ist für den Baubeginn 2026 eine Aushubbegleitung vorgesehen.
