L.K 1195,753 431/189 215. Höhe 582 m.
Datum der Grabung: 12.6.-23.9.2013.
Bibliografie zur Fundstelle: Gemeinde Domat/Ems (Hrsg.) Dorf buch Domat/Ems, 22-31. Chur 2005; M. Seifert, Domat/Ems, Crestas. Ur- und frühgeschichtliche Siedlungsreste. Jahresbericht des Archäologischen Dienstes Graubünden und der Kantonalen Denkmalpflege 1998, 28-35; JbAS 2013, 224.
Geplante Notgrabung (Neubau Autoeinstellhalle). Grösse der Grabung 370 m².
Siedlung.
Im alten Dorfkern am südlichen Fusse des Kirchhügels von St. Johann haben in den vergangenen dreißig Jahren im Zusammenhang mit Bauvorhaben auf verschiedenen Grundstücken Ausgrabungen stattgefunden. Dabei wurden auf einem Areal von ca. 4 ha Siedlungsreste der Spätbronzezeit, der Eisenzeit und der römischen Epoche sowie ein hochmittelalterlicher Friedhof nachgewiesen. Auf dem für den Bau der Autoeinstellhalle gewählten Gelände, bisher als Weideland und Obstgarten genutzt, hatten Sondierungen im Frühjahr ebenfalls den Nachweis urgeschichtlicher Siedlungsreste erbracht. Vom Sommer bis in den Herbst 2013 wurde der grösste Teil des Bauplatzes flächig untersucht. In einem ersten Schritt erfolgte der maschinelle Abtrag der Grasnarbe und der Humusschicht bis an die Oberkante der archäologischen Strukturen. In Handarbeit wurden in der Folge die Befunde felderweise freigelegt, untersucht und dokumentiert.
Für die Urgeschichte wurden Befunde von zwei Siedlungsphasen der Spätbronzezeit (HaA; HaB) sicher gefasst. Aus der älteren Siedlungsphase (HaA) stammen Pfostenlöcher, Funde, die unter dem Steinbett des jüngeren Dorfes gefasst wurden. Bei den Pfostenlöchern und Gruben im übrigen Grabungsareal ließ sich die sichere Zuweisung mangels einer Trennschicht häufig nicht bewerkstelligen. Von der jüngeren Siedlungsphase (HaB) waren Gruben, Pfostenlöcher und ein mindestens 12 × 6 m grosses Steinbett, angeschüttet zur Bodenfestigung, erhalten. Die unregelmäßige Verteilung der Pfostenlöcher erlaubte keine Bestimmung von Gebäudegrundrissen. Da keine Feuerstellen wie auf dem knapp 100 m östlich gelegenen Dorfplatz festgestellt wurden, könnte es sich um den peripheren Bereich mit Werkplätzen und Ökonomiebauten des Dorfareals gehandelt haben. Zahlreiche Hüttenlehmfragmente belegen jedenfalls den Standort von Bauten.
Im Spektrum der Gefässkeramik sind, wie schon früher in Domat/Ems beobachtet, Formen und Verzierungen der mitteleuropäischen Urnenfelder-Kultur und der alpinen Laugen-Melaun-Kultur nebeneinander vertreten. Einzelne mit Graphit bemalte Fragmente und eine kleinköpfige Vasenkopfnadel verweisen auf eine weitere spätbronzezeitliche Siedlungsphase aus dem jüngsten Abschnitt dieser Epoche (HaB3). Es wird sich erst bei der Auswertung zeigen, ob auch dazu gehörende Strukturen erhalten sind. Die ältere Eisenzeit (HaD) ist mit einem Fibelfuß vertreten. Ob es sich um ein verschlepptes Fragment oder den Beleg einer weiteren Besiedlungsphase handelt, wird ebenfalls erst bei der Auswertung zu klären sein.
Der römischen Zeit ist eine Grube bisher unbekannter Funktion am Ostrand der Grabungsfläche zuzuweisen. Deren Verfüllung enthielt Terra Sigillata- (2./3. Jh.), Lavetz-Scherben und Knochen. In der übrigen Fläche und auf den westlich anschließenden Grundstücken sind keine Befunde dieser Epoche nachgewiesen. Die Grube markiert damit den Rand des römischen Siedlungsbereiches.
Archäologische Funde: Keramik, Tonspulen, Bronze, Lavetz, Feuerstein, Hüttenlehm.
Faunistisches Material: Schlachtabfälle, gehäuft auf dem Steinbett der jüngeren spätbronzezeitlichen Siedlungsphase.
Probenentnahmen: Holzkohle für C14-Datierung, Schlämmproben.
Datierung: archäologisch. Spätbronzezeit; ältere Eisenzeit; römische Zeit.
AD GR, M. Seifert.
Domat/Ems GR, En Streia
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Détail de la chronique
Commune
Domat/Ems
Canton
GR
Lieu-dit
En Streia
Coordonnées
E 2753431, N 1189215
Altitude
582 m
Numéro de site cantonal
--
Numéro d'intervention cantonal
--
Nouveau site
--
Prélèvements
bois/charbon de bois, échantillons de boue archéobiologiques
Analyses
14C
Institution
--
Date de la découverte
--
Surface (m2)
370 m2
Date de début
12 juin 2013
Date de fin
23 septembre 2013
Méthode de datation
14C
Auteur.e
--
Année de publication
2014
Époques
Âge du Bronze, Empire romain, Âge du Fer
Type de site
habitat
Type d'intervention
fouille (fouille de sauvetage/préventive)
Mobilier archéologique
céramique, céramique (élément architectural (prélevé)), métal (pièce d'habillement), pierre, pierre (outil), pierre (élément architectural (prélevé))
Os
ossement d'animaux isolés
Matériel botanique
bois/charbon de bois
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