LK 1090, 2655613/1250726.
Höhe 381 m.
Datum der Bauuntersuchung: 20.-29.6.2016.
Bauuntersuchung (Abbruch).
Bauernhaus.
Der Bohlen-Ständerbau wurde laut einer Inschrift 1780 erbaut (Abb. 70). Typologisch passt diese Datierung gut zum Abbund des Hauses. Seit seiner Erbauung wurde es nur wenig verändert: Im 19. Jh. wurde es renoviert und auf der Ostseite um eine Kammer erweitert. Im 20. Jh. fanden nur geringfügige Eingriffe statt, wovon im Wesentlichen der Ökonomietrakt betroffen war. Er wurde über eine Kreuzfirstkonstruktion nach Osten erweitert.
Das spätbarocke Holzgebäude war 15.5 m lang, 7.5 m breit und umfasste Wohntrakt, Tenne und Stall. Der zweigeschossige Wohnteil war unterkellert und nach Süden ausgerichtet. Die durchgehenden Eck- und Wandständer waren in einen Schwellenkranz eingezapft, die stehenden Bohlen eingenutet. Die südliche Stubenfront war auch die repräsentierende Schaufassade: Die Fensterbrüstungen und Kopfstreben waren reich profiliert und wiesen z.T. Reste einer rot-weißen Farbfassung auf. Die Bundbalkenköpfe wiesen ebenfalls eine fürs 18./19. Jh. gängige Zierschnitzerei auf. Der Dachstuhl bestand aus fünf liegenden Bünden mit schräg gestellter Pfette. Die Bundfluchten bestimmten die Anordnung der Räume in Wohn- und Ökonomietrakt. Sämtliche Bauteile waren mit Abbundzeichen versehen, sodass der Abbund vom südwestlichen Eckständer ausgehend bis in den nordöstlichen Eckständer nachvollzogen werden konnte.
Anfänglich besass der Bau auf allen vier Seiten eine 1 m breite Veranda. Sie waren nicht nur auf der Giebelseite überdacht, sondern auch auf der Traufseite, wie Blattsassen an den Aufschieblingen vermuten lassen. Die Veranden wurden im Laufe der Zeit teilweise zurückgebaut.
Anfänglich dürfte der Wohntrakt nur eine Wohneinheit umfasst haben, später bewohnten jedoch zwei Parteien das Haus. Seither erfolgte die Erschließung von außen her über die Veranda. Im Erdgeschoss befanden sich die Hauptwohnräume, während die Ausstattung der oberen Kammern einfacher gehalten war. Im 19. Jh. wurde in der Hauptstube die Vertäfelung erneuert und der Kachelofen unter Verwendung der älteren Kacheln frisch gesetzt. Dabei fand auch die Hafner-Inschrift erneut Verwendung: «Der Ofen ist für gutes gettan/ im Sumer kühl im Winter warm/ das Jahr/ 1780/ FRIDLI SPRÜNGLI AMEN.»
Datierung: archäologisch; epigrafisch.
KA AG, C. Gut.
Niederlenz AG, Schürz 8
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Detail des Fundberichts
Gemeinde
Niederlenz
Kanton
AG
Ort
Schürz 8
Koordinaten
E 2655613, N 1250726
Höhe
381 m
Signatur Fundstelle Kanton
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Signatur Ereignis Kanton
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Neue Fundstelle
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Probenentnahmen
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Analysen
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Institution
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Datum der Fundmeldung
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Oberfläche (m2)
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Datum Beginn
20 Juni 2016
Datum Ende
29 Juni 2016
Datierungsmethoden
Archäologisch
Autor*in
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Publikationsjahr
2017
Epoche
(Frühe) Neuzeit, Zeitgenössisch
Art der Fundstelle
Siedlung (Wohngebäude)
Art der Untersuchung
Bauuntersuchung
Archäologische Funde
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Knochen
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Botanische Funde
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